Web Maker
Bündnis 90 - Die Grünen Ortverband Kempen - aktuelle Lokalpolitik aus Kempen, Kreis Viersen und NRW Nordrhein Westfalen
  • gruenfuerkempen2000


ORTSVERBAND KEMPEN            
Das Parteibüro befindet sich in 47906 Kempen - Peterstraße 19
Wir haben jeden Mittwoch ab 19:30 geöffnet

(in den Ferien geschlossen!)

Aufruf zum Einspruch gegen das geplante AKW II in Borssele bei Vlissingen NL.Zeeland
erstellt von Monika Schütz-Madré
08.01.2012     Klicks:371     A+ | a-
Der Energiekonzern Delta und die RWE beabsichtigen den Bau eines zweiten AKWs in Borssele an der niederländischen Nordseeküste.
Die Bürgerinnen und Bürger in NRW können bis zum 12. Januar 2012 Stellungnahmen zum Bauvorhaben abgeben.
Die Unterlagen für das Vorverfahren der Umwelterträglichkeits-Prüfung liegen in der Bezirksregierung Düsseldorf sowie im NRW Umweltministerium aus und sind im Internet verfügbar. Weitere Informationen unter www.umwelt.nrw.de
Die Stellungnahmen gehen (auch in deutscher Sprache) an das
Burau Energieprojecten, In Spraak punt Tweede kerncentrale Borssele Postbus 233, Nl-2250 AE Vorschoten.


So könnte Ihr Einspruch aussehen:

Absenderin/
Datum



Bureau Energieprojecten
Inspraakpunt Tweede Kerncentrale Borssele
Postbus 223

NL - 2250 AE Voorschoten

└    ┘



Datum


Geplanter Bau eines neuen Atomkraftwerkes in Borssele

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erhebe ich Einspruch gegen den beantragten Bau des 2. Atomkraftwerks in Borssele.

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich in einem parteiübergreifenden Konsens entschieden, aus der Atomkraft auszusteigen. Auch Belgien und Schweiz werden die Nutzung der Atom-kraft beenden. Andere Staaten wie Italien wollen gar nicht in die Nutzung der Atomkraft einsteigen oder haben zumindest keine Ausbaupläne. Atomkraftwerke haben keine Zukunft.

Ich erwarte daher auch von den Niederlanden, Atomkraftwerke abzuschalten und erst recht keine neuen Atomkraftwerke zu bauen. Die Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukus-hima haben gezeigt, dass die Atomkraft eine nicht verantwortbare Technologie ist. Hinzu kommt die weltweit nach wie vor ungelöste Endlagerfrage. Wir hinterlassen in einer historisch betrachtet sehr kurzen Phase der Atomkraftnutzung unseren Nachkommen für tausende Ge-nerationen hochradioaktiven Müll mit all seinen Problemen und Risiken.

Die Ressourcen an spaltbarem Material sind genauso begrenzt wie die Vorräte an Öl und Gas, und verstärken aufgrund ihrer Vorkommen die Importabhängigkeit Europas. Atomkraft ist auch in dieser Hinsicht kein Beitrag zu einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung.
Hinzu kommt, dass - wie die aktuellen Erfahrungen aus Finnland bestätigen – der Neubau von Atomkraftwerken nicht wirtschaftlich ist und am Ende nur durch erhebliche staatliche Subventionen möglich ist.

Zur Begründung im Einzelnen:

1.
Meine Grundrechte auf körperliche Unversehrtheit, Leben und Eigentum sind durch die Pläne zum Bau des AKW Borssele 2 gefährdet. Umweltverträglichkeit und Genehmigungs-fähigkeit sind nicht gegeben. Atomenergie ist, ausweislich der endlosen Pannenserien von Three Mile Island über Forsmark, Tricastin, Stade, Krümmel und viele andere, bis hin zu den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima, unbeherrschbar und nicht mit dem durch den EU-Vertrag und das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland garantierten Schutz der Bevölkerung vereinbar.

2.
Ich befürchte Verseuchung und Verstrahlung durch Leckagen, Störfälle und Erdbeben, wie sie auch in anderen AKW weltweit eingetreten sind. Das AKW Borssele 2 würde eine zu

sätzliche Produktion und Lagerung von Atommüll verursachen und noch mehr Uran- und Atommülltransporte erfordern. Das Risiko von Transportunfällen und Flugzeugabstürzen nimmt zu, zumal Borssele in einem dicht genutzten Flugkorridor liegt; der radioaktive Fallout würde gerade angesichts der vorwiegenden Westwindlagen auch meinen Heimat-ort Voerde erreichen.

3.
Der Standort von Borssele 2 direkt an der Küste auf Höhe des Meeresspiegels ist hochri-sikoreich, wie die Katastrophe von Fukushima vor Augen führt. Wahrscheinlich weniger ein Tsunami, dafür aber die Gefahr schwerer Sturmfluten, wie es sie an der Nordesseküste immer wieder gegeben hat, bedrohen die Sicherheit eines Atomkraftwerks. Mit einem durch den Klimawandel ansteigenden Meeresspiegel und zunehmenden Extremwetterlagen erhöht sich diese Gefahr noch weiter. Dass technische Sicherheitsvorrichtungen selbst in einer hochentwickelten Industrienation wie Japan am Ende immer begrenzt sind, zeigt Fukushima.

4.
Radioaktivität (Strahlung/Partikel) und z.B. tritiumhaltige Abwässer aus Borssele gefähr-den in der Nähe der Anlage und weiter entfernt Mensch und Natur. Bereits im sogenann-ten Normalbetrieb des AKW Borssele 2 würde Radioaktivität frei. In Deutschland doku-mentierte 2007 eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz vermehrt Leukämiefälle bei Kleinkindern in AKW-Nähe. Die Ergebnisse der Studie müssen im Zusammenhang mit dem geplanten AKW Borssele 2 berücksichtigt werden.

5.
Bau und Betrieb des AKW Borssele 2 würden den lebensfeindlichen Uranabbau vermeh-ren, und die Abhängigkeit der Niederlande von Uran-Importen erhöhen.

6.
Eine militärische Nutzung von Atombrennstoff und Atommüll der Reaktoren in Borssele kann grundsätzlich ebenso wenig ausgeschlossen werden wie Atomspionage. Das Risiko von Anschlägen sowie dem Diebstahl von radioaktivem Material durch Extremisten nimmt zu.

7.
Es wird kein Endlager geben, in dem der Atommüll, der im Reaktor Borssele 2 anfallen würde, wirklich sicher gelagert werden kann. Die negativen Erfahrungen der deutschen Endlagerprojekte Asse und Gorleben sind im Genehmigungsverfahren zu berücksichtigen. Auch in den Niederlanden ist mir kein sicheres Endlager für Atommüll bekannt.

8.
Die niederländische Provinz Zeeland ist eine stark von Tourismus geprägte Region. Auch ich habe dort schon mehrfach Urlaub gemacht. Für mich ist fraglich, ob ich Zeeland auch in Zukunft noch einmal als Urlaubsziel wähle, wenn die AKW-Neubaupläne tatsächlich re-alisiert werden.

Ich behalte mir vor, diesen Einspruch näher zu erläutern und zu ergänzen und beantrage kos-tenlos und laufend persönlich über den Stand des Verfahrens informiert zu werden.



In Erwartung Ihrer Stellungnahme verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

ARCHIV  ANTRÄGE

ARCHIV PRESSE

ARCHIV AKTUELLES

AKTUELLE TERMINE