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Verleihung Steckenpferd 2012
erstellt von Monika Schütz-Madré
22.04.2012     Klicks:599     A+ | a-
Wie in den letzten 9 Jahren verleihen die Grünen Kempen auch in diesem Jahr das „Steckenpferd“

Mit dem Steckenpferd ehren wir herausragendes ehrenamtliches, bürgerschaftliches Engagement.
In diesem Jahr geht der Preis an die Gruppe rund um Pfarrer Roland Kühne  „Haiti – Schüler bauen für Lehrer“.

Aus der Laudatio, gehalten von Alexa Bernards-Niermann:
Als am 12. Januar 2010 das schwerste Erdbeben in der Geschichte Nord – und Südamerikas und das verheerendste Beben des 21. Jahrhunderts, Haiti erschütterte kamen ungefähr 310 000 Menschen ums Leben, weitere 300 000 wurden verletzt, 1.85 Millionen Menschen obdachlos und das in einem Land, das als das ärmste Land der westlichen Welt gilt.
Die Bilder gingen um die ganze Welt, alle waren erschüttert.
Das Spendenaufkommen war groß, aufgrund der politischen Lage war aber nicht wirklich gesichert, dass die Spenden auch ankamen. Dennoch sammelten viele Menschen auch in Schulen und Kindergärten hier in Kempen und im Kreis.

Im Rhein –Main – Kolleg (Berufskolleg Kempen) hatte die Maurerklasse einen Tag nach dem Beben Religion bei Herrn Roland Kühne. Und auch dort wurde über Hilfsmöglichkeiten nachgedacht und diskutiert. Man wollte Geld sammeln, Spendenaufrufe machen, bis schließlich der entscheidende Satz fiel „Wir können ja Häuser bauen.“ (schließlich handelte es sich um eine Mauerklasse)
Viele – auch von uns – hätten an der Stelle gezuckt und die Blauäugigkeit und Naivität dieses Vorschlages erkannt und den Vorschlag abgewimmelt. Nicht so Roland Kühne, - er nahm den Vorschlag auf und setzte ihn in die Realität um.
Bis dahin musste aber noch ein realistisches Projekt gesucht und gefunden werden, Geldgeber aufgetrieben und Pläne geschmiedet werden.
Durch die Verbindung über die Welthungerhilfe nahm Roland Kühne zur Peter Hesse Kontakt auf.
Nach kurzem Austauschstellten Beide fest, dass sie die gleiche „Wellenlänge“ haben und das Hilfsangebot aus Kempen sehr willkommen war.

- kurzer Exkurs zur Peter Hesse Stiftung -

Peter Hesse, geboren 1937, studierter Betriebswirt und Managertrainer gründete die Peter Hesse Stiftung. Sie begann ihre Hilfstätigkeit in Haiti – nach privaten Einzelhilfen in den Jahren ab 1981 – anlässlich der vierten Haitireise von Peter Hesse im Dezember 1983.  Ursprünglich standen Mini – Nähzentren im Norden Haitis sowie ein erster Kindergarten in St. Suzanne und ein Kinderzentrum in Port Margot im Vordergrund. Parallel begann jedoch die Erprobung der Montessori – Didaktik, insbesondere in St. Suzanne.
Ab 1986 lag das Schwergewicht der Hilfe auf der ganzjährigen Ausbildung von Montessori – Vorschullehrerinnen und der Eröffnung von Montessori – Vorschulen für benachteiligte Kinder.
Maria Montessori ist für dieses Land, das zunächst durch die Kolonialzeit und anschließend durch Diktatoren, fern aller Demokratie existierte, geradezu revolutionär.
Ihr Grundgedanke „hilf mir es selbst zu tun“ und ihre Philosophie sind als Methode für den sozialen Wandel dieses Landes zu verstehen. Und dies in einem Land das von autoritärer Struktur nicht nur politisch, sondern auch pädagogisch geprägt war und wo es nur eine Elitebildung gab.

Mit dem Kontakt zur Peter Hesse Stiftung war das Projekt geboren.
                  „Schüler bauen für Lehrer“
konkret: Kempener Schüler des Berufskollegs bauen Häuser für auszubildende Montessori – Vorschullehrer.

Schon kurz nach dem Beben 2010 organisierten zwei Klassen der Fachschule Sozial-Pädagogik und Höhere Berufsfachschule Sozial und Gesundheitswesen des Berufskollegs ein Benefizkonzert für die Opfer.
Das ganze Jahr stand unter dem Vorzeichen Planung und Sammlung für das Projekt in Haiti.
Von Ende Januar bis Anfang Februar 2011 fuhren der Architekt
Benno Friebe, Bauingenieur Thomas Brux und Pfarrer Roland Kühne zum 1. Mal nach Liancourt, einem weniger von Erdbeben bedrohten Ort drei Autostunden von Port au Prince entfernt um den Baueinsatz der Maurer vor Ort zu planen und vorzubereiten.
In den Osterferien 2011 fuhren nach der Vorbereitung siebe Schüler und vier Lehrer des Berufskollegs Kempen das erste Mal nach Haiti und begannen mit dem Bau der neun Häuser auf dem 3500 m² großen Gelände.
Zum zweiten Mal fuhr im Herbst 2011 eine Gruppe nach Haiti und in den Osterferien 2012 zum dritten Mal.
Einige von ihnen haben mehrere Male die Strapazen auf sich genommen, Hitze, schlafen auf harten Schulbänken, schlechte hygienische Verhältnisse, Einsatz ihrer Ferien als Arbeitseinsatz.
Der Ausflug in die Karibik ist für die Schüler und Lehrer des Berufskolleg Kempen alles andere als ein Trip in die Sonne.
Aber diese jungen Erwachsenen übernehmen Verantwortung, setzen sich ein für hilfsbedürftige Menschen in der Ferne und schaffen, was zunächst nur ein „Hirngespinst“ zu sein schien: die Errichtung von neun Häusern für die angehenden Montessori – Lehrerinnen.
Noch ist nicht alles fertig. Das auf 1,2 Mill. Euro geschätzte Projekt benötigt weiter finanzielle Mittel.
Nun spart und sammelt die Gruppe um Roland Kühne weiter um die Kosten für den Ausbau und die Sanitär – und Energieversorgung zusammen zu bekommen.
Dieses Projekt steht und fällt mit dem unermüdlichen Einsatz, der Überzeugungskraft, der Fürsorge für die Gruppe und dem Charisma von Roland Kühne.
Aber nun zu den Hauptpersonen, den Schülern des Berufskollegs Rhein-Maas Kempen, denen ich heute stellvertretend für alle Schüler des Projekts das diesjährige Steckenpferd überreichen und dazu einen Scheck von 250 Euro.
Dieses Steckenpferd symbolisiert das ehrenamtliche Engagement dieser jungen Menschen. Statt abzuhängen und zu „chillen“ haben sie ihr Know-How und ihre Kräfte in ihren Ferien in Haiti
Zum Wiederaufbau eines funktionierenden Schulsystems eingesetzt.
Vielen Dank für diesen außergewöhnlichen Einsatz und herzlichen Glückwunsch zu diesem Preis, den Sie wirklich verdient haben.

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