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Stellungnahme zur Grundschulsituation in Kempen Nord
erstellt von Monika Schütz-Madré
17.08.2012     Klicks:610     A+ | a-
.Plädoyer für ein Grundschulzentrum Nord als Gemeinschaftsgrundschule

Zwei in unmittelbarer Nachbarschaft befindende Grundschulen,
1. Friedrich-Fröbel-Schule (Gemeinschaftsgrundschule) und
2. Astrid-Lindgren-Schule (katholische Grundschule)
im Stadtteil Hagelkreuz stehen vor einer großen Veränderung.

Die Anmeldezahlen an der Friedrich-Fröbel-Schule zum Schuljahr 2012/13 liegen unter der Mindestzahl von 18 SchülerInnen.

Das zwingt Politik und in der Umsetzung die Verwaltung zum Handeln.

Seitens der Schulverwaltung -als Verantwortlicher und Träger der beiden Grundschulen- wird ein Auflösungsverfahren der Friedrich-Fröbel-Schule bevorzugt.
Das würde bedeuten, dass ab dem Schuljahr 2013/14 keine neuen SchülerInnen mehr aufgenommen werden und die einzige Gemeinschaftsgrundschule im Schulbezirk Nord sukzessive aufgelöst würde und es somit nur noch die katholische Bekenntnisgrundschule gibt.

Es ist aber zu bedenken, dass gerade Kempen Nord ein multikultureller Stadtteil ist, mit vielen unterschiedlichen Nationen und Religionen.
Nicht alle Eltern möchten ihre Kinder an einer Bekenntnisschule anmelden, denn dort verpflichten sie sich, dass ihre Kinder auch am kath. Religionsunterricht, an kath. Messen und kath. Festen teilnehmen müssen.

Immer wieder kommt es zwischen Erziehungswissenschaftlern und Religionspädagogen zu Diskussionen, ob für die Werte der Welt von morgen ein konfessionsgebundener Religionsunterricht notwendig ist.
Viel mehr geht es um die Bedeutung ethischer Werte für das gesellschaftliche Zusammenleben, den Unterschied zwischen Werteerziehung und Wertebildung, das „Prinzip der gleichen Berücksichtigung gleichrangiger Werte“, nicht zuletzt aber auch um die Frage, ob der konfessionelle Religionsunterricht überhaupt in das Curriculum öffentlicher Schulen gehört.

Sollte dem Verwaltungsvorschlag gefolgt werden, würde es für die Eltern, die ihre Kinder nicht auf einer kath. Grundschule anmelden wollen bedeuten, deren GRUNDSCHUL Kinder müssten in der Früh um 7.05 Uhr mit dem Bus nach St. Hubert zur dortigen Gemeinschaftsgrundschule fahren.
Dazu müsste die Frage erörtert werden, wie das die Sozialstruktur der Gem. Grundschule
St. Hubert verändern würde, die von Jahr zu Jahr sozialpädagogisch herausfordernder wird, was auch dem Jugendamt bekannt ist.
Bei einem verstärkten Zugang von SchülerInnen aus Kempen Nord könnte es dazu kommen, dass Eltern aus St. Hubert im Gegenzug ihre Kinder an der Astrid-Lindgren-Schule anmelden, um vermeintlichen Problemen auszuweichen.
An einer derartigen „Wanderbewegung“ kann und darf niemand, der Verantwortung trägt und dem das Wohl von Kindern wichtig ist, mitwirken.

Wir sind davon überzeugt, dass beide Grundschulen im Kempener Norden eine gute pädagogische Arbeit leisten und zweifeln keines der beiden pädagogischen Konzepte an.

Die Schulausschusssitzung am 11.06.2012, an der auch viele Eltern der beiden Grundschulen teilgenommen haben, hat gezeigt, dass im Vorfeld seitens der Schulverwaltung einige Kommunikationsfehler begangen wurden. Es fehlte eine ausreichende Information und die Beteiligung der politischen Gremien. Wünschenswert wäre es gewesen, alle Beteiligten, einschließlich der vom Bürger gewählten Entscheidungsträger, an einen Tisch zu bringen, um nach  gemeinsamen Lösungen zu suchen.

Bündnis 90/Die Grünen wollen nicht den von der Verwaltung favorisierten „einfachen“ Weg gehen, denn der käme aus unserer Sicht einer „feindlichen Übernahme“ gleich.

Wir wollen über ein Bestimmungsverfahren einen demokratischen Weg gehen.
Das würde bedeuten, dass beide Grundschulen zunächst „aufgelöst“ werden müssten.
Nach § 27 Abs.2 SchulG NRW bestimmen dann die im Gebiet des Schulträgers wohnenden Eltern, deren Kinder für den Besuch der Schule in Frage kommen, in einem Abstimmungsverfahren die Schulart. Auf dem Stimmzettel müssten Gemeinschaftsgrundschule und katholische Grundschule genannt werden.

Nur so kann es zu einer  fairen und demokratischen Abstimmung kommen und zu einer guten Lösung für ein Grundschulzentrum Nord

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