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Redebeitrag Sitzung Schulausschuss TOP 8
erstellt von Monika Schütz-Madré
14.11.2012     Klicks:593     A+ | a-
Jeder Mensch hat ein Recht auf Inklusion, also darauf, ein gleichberechtigter Teil der Gesellschaft zu sein.
So steht es auch in der Behindertenkonvention der Vereinten Nationen, die seit 2009 auch in Deutschland gilt.
Doch von der rechtlichen zur tatsächlichen Gleichstellung behinderter Menschen ist es noch ein weiter Weg.

Inklusion zwingt uns, auch gerade in den Kommunen über einen tiefgreifenden Wandel des Schulsystems nachzudenken.

Nicht nur in Kempen, aber hier im Besonderen, sind wir immer noch vom preußischen Schulsystem geprägt, das ein separierendes System  geschaffen hat, mit dem wir heute noch zu kämpfen haben.
Die folgerichtige Fortsetzung des Gedankens war es, Menschen mit Behinderungen in Sonderschulen zu unterrichten.
Inklusion bedeutet aber, Trennungen aufzubrechen und SchülerInnen mit Behinderung in die allgemeinen Schulen zu integrieren und sie dort so zu unterstützen, wie sie es brauchen.

Ohne Ressourcen – also mehr Lehrkräfte, SozialarbeiterInnen Erzieherinnen und mehr finanzielle Mittel, wird inklusiver Unterricht nicht gelingen.
Inklusion ist nicht zum Nulltarif zu bekommen und natürlich müssen Bund und Land Mittel dafür bereit stellen.
Wir haben aber als Kommune nicht das Recht, abzuwarten was Bund und Land den Kommunen an Mittel zur Verfügung stellen. Wir haben die Pflicht, uns mit dieser Thematik auseinander zu setzen und die erforderlichen Maßnahmen auszuloten!

Um eine wirkliche Inklusion hin zu bekommen, müssen natürlich auch bauliche Veränderungen mit überdacht werden.
Es geht uns Grüne nicht darum, jetzt „ad hoc“ die vorhandenen Schulen mit Aufzügen, Behinderten – WCs etc. zu versehen, es geht uns aber sehr wohl darum, endlich damit zu beginnen, vorausschauende Schulpolitik in Kempen zu machen!

Wären wir in Kempen schon auf dem Weg, eine Schule einzurichten, in der Schülerinnen und Schüler bis zum Abitur alle Bildungsabschlüsse erreichen könnten, bräuchten wir uns nur bedingt darüber Gedanken machen, welche der Schulen barrierefrei ausgebaut werden könnte.

In der Verwaltungsvorlage wird ausführlich  und für unseren Antrag vollkommen unnötig dargestellt, dass sich die Beschulung der Kinder mit einem Förderbedarf mit den Förderschwerpunkten Lernen, emotionale und soziale Entwicklung, Sprache, Hören und eingeschränkt mit geistiger Entwicklung auch ohne bauliche Maßnahmen umsetzen lassen würde. Dem können wir ja noch zustimmen.
Als zynisch bezeichnen wir aber die Aussage, dass es z. Zt. ja NUR 2 Kinder mit körperlichen Handicap an einer Gem Grundschule gibt, eines im Rollstuhl, das Andere aber in der Lage ist, Treppen zu steigen., und daher eine Barrierefreiheit nicht  erforderlich ist!

Kempen wird immer wieder  gerne von Verwaltung, CDU und FDP als Schulstadt dargestellt.
Diese Bezeichnung verdient eine Stadt erst dann, wenn sie die Voraussetzungen geschaffen hat, dass ALLE Kinder ihrer Stadt
die Möglichkeit haben, einen Bildungsabschluss in der Stadt zu erreichen, in der sie leben.
Solange noch Kinder mit einer Behinderung durch den Kreis oder sogar außerhalb des Kreises beschult werden müssen, ist Kempen keine Schulstadt.

Ein kleiner Fortschritt zum inklusiven Denken und Handeln
Seitens der Verwaltung, ist die Bereitschaft, zu prüfen, welche Fördermittel wie und wo zu beantragen sein könnten.
Auch sich erkundigen zu wollen, welche Anforderungen an barrierefreie Schulen gestellt werden und welche baulichen Maßnahmen notwenig sind, sind ein guter und richtiger Weg um Inklusion auch in Kempen voran zu bringen.
Der Vorschlag der Verwaltung, Schulen die bereits Barrierefreiheit umgesetzt haben zu besuchen, wird ausdrücklich von uns begrüßt.
Ergänzen möchten wir diesen Verwaltungsvorschlag mit der Bitte, dass MitgliederInnen jeder Fraktion sich diesen Besuchen anschließen können.
Der erste Schritt um Inklusion umzusetzen, ist der, die Barrieren in den Köpfen der Gesellschaft, der Politik und den Verwaltungen abzubauen. Es bleibt nur zu hoffen, dass Kempen sich auf den Weg macht, Barrieren abzubauen.

Danke

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