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Bündnis 90 - Die Grünen Ortverband Kempen - aktuelle Lokalpolitik aus Kempen, Kreis Viersen und NRW Nordrhein Westfalen
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Leben und Gesellschaft im Wandel
erstellt von Monika Schütz-Madré
21.02.2014     Klicks:677     A+ | a-
Die stationäre Altenpflege stößt angesichts des demografischen Wandels an ihre Grenzen.
Immer wichtiger wird es daher, ein geeignetes Wohnumfeld für ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten Quartier zu gestalten. Mit Quartier ist die überschaubare Wohnumgebung gemeint, wie etwa ein Wohngebiet, ein Stadtviertel oder eine Gemeinde. Dem Quartier gemein muss sein, dass sich die dort lebenden Menschen als soziale Einheit verstehen und sich mit dem umgebenden Wohnquartier identifizieren.
 
Verschiedene Umfragen in Deutschland bestätigen, dass das Wohnen in den eigenen vier Wänden  für ältere Menschen die beliebteste Wohnform darstellt. Sie möchten dort wohnen bleiben, wo sie oft schon seit vielen Jahren leben. Aber auch die jüngere Generation, Familien mit Kinder, Alleinerziehende und Singles möchten sich in ihrem Quartier wohl fühlen und eine vielfältige soziale Struktur nutzen. Innovative Wohn – und Betreuungsangebote für eine quartiersbezogene Versorgung zu schaffen, ist die große politische  Herausforderung der nächsten Jahre.

Ambulante Pflegedienste, hauswirtschaftliche Hilfen, nachbarschaftliche Netzwerke, Netzwerke mit Kirchen, Schulen, Kindertagesstätten, Vereine u.s.w. können die Betroffenen unterstützen, damit sie auch weiterhin ein selbstständiges und würdevolles Leben führen können. Gute Beispiele zum  Leben im Quartier gibt es Deutschlandweit schon viele.  Es ist an der Zeit, dass wir uns in Kempen auch auf den Weg machen. Auch wenn es in Kempen einige Einrichtungen für Senioren gibt, wie z.B. die Pflegewohnheime St. Peter und die van Broichhausenstiftung, zukünftig das Pflegewohnhaus am Beyertzhof, sowie Begegnungszentren in St. Hubert und Tönisberg,  die ev. Kirchengemeinde, das So-Net, die Pflegestützpunkte der Stadt und der AOK mit Senioren und Pflegeberatung, Haus Wiesengrund, die Senioreninitiative und die AWO, darf uns das nicht daran hindern, JETZT in die Planung und Umsetzung zu „Wohnen im Quartier“ einzusteigen. Um Stadtteilviertel wie z.B. das Hagelkreuz, in dem immerhin fast 6000 Menschen mit einer immer älter werdenden Struktur  leben, attraktiv und lebendig zu gestalten, müssen sich ältere und jüngere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Familien mit und ohne Kinder, Singles, alleinerziehende Mütter und Väter dort wohl fühlen.

Alt und Jung haben durchaus viele gemeinsame Erwartungen an ihr Quartier. Beide Generationen wünschen sich ein soziales Umfeld, das geprägt ist von Aspekten wie:

- Geborgenheit
- Sicherheit
- Vertrautheit
- Erreichbarkeit
- Überschaubarkeit
- Versorgung

Darum halten wir GRÜNE es für notwendig, dass die Verwaltung beauftragt wird, erste Kontakte zu Organisationen, Vereine, Stiftungen, mögliche Träger aufzunehmen, um in die Planung einzusteigen.Uns ist bewusst, dass so ein Unterfangen den städtisches Haushalt in den nächsten Jahren belasten wird, aber was würde passieren, wenn wir tatenlos abwarten? Mit absoluter Sicherheit  würden die Kosten zur „Unterbringung“ älterer Menschen in Pflegeeinrichtungen den städtischen Haushalt auf Dauer weit mehr belasten. Die Pflegekasse übernimmt für die vollstationäre Versorgung in einem Pflegeheim einen pauschalen Sachleistungsbetrag, dessen Höhe von der jeweiligen Pflegestufe abhängig ist.

Ein Pflegeheim kostet im Durchschnitt rund 3500 Euro. Das Geld aus der Pflegekasse deckt nur einen,- je nach Einstufung, geringen Teil der Kosten. Kann der Betroffene durch seine Rente oder seinem Vermögen den anderen Teil nicht aufbringen, muss in den meisten Fällen die Leistung aus der Sozialhilfe  ( SGB § XII ) beantragt werden.

Das bedeutet für Kommunen, Kreise und Land zukünftig eine große Belastung, wenn es nicht gelingt, mehr alternative Wohnformen auf den Weg zu bringen.
Kempen rühmt sich oft gerne mit der Aussage „Vorreiter“ zu sein.
Wenn dem so ist, sollten wir uns Alle, - Verwaltung und Politik, auf den Weg machen, um zukunftsweisend für Kempen einen sinnvollen und intelligenten Weg einzuschlagen.
Foto: Grüne NRW

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