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Steckenpferd 2015
erstellt von Alexa Bernards-Niermann
26.04.2015     Klicks:837     A+ | a-
Die Verleihung des diesjährigen  Steckenpferd-Preis des Bd.90/Die Grünen- Ortsverbandes Kempen, der Preis, den wir seit 2004 für „Hervorragendes bürgerschaftliches, ehrenamtliches  Engagement ausloben, wurde Frau Monika Heenen von den Togofreunden St. Hubert überreicht.
Die Preisträger*innen der vergangenen 12 Jahre wurden als Gäste herzlich begrüßt, ebenso die Begleitpersonen von Frau Heenen, die mit ihr gemeinsam wertvolle Arbeit für die Menschen in Togo (Westafrika) leisten. Togo ist eines der 20 ärmsten Länder der Welt. Die Laudation hielt unsere „Steckenpferdbeauftragte Alexa Bernhards-Niermann.
Auszug aus ihrer Laudatio:
Frau Heenen ist seit 23 Jahren als Presbyterin  in der ev. Gemeinde in St. Hubert tätig, einer Kirche, wie sie sagt, die sie sehr mag. Schon seit fast 40 Jahren werden dort und in Tönisberg Kollekten für Togo gesammelt. Dies entwickelte sich Ende der 70-er Jahre durch den Organisten Herrn Uhlig, der einen kath. Priester aus Togo kennenlernte, dessen ev. Amtsbruder im Norden Togos sehr bedürftig war.. Dieser Pfarrer erhielt zunächst Gelder und Pakete zur Unterstützung seiner Gemeinde. Durch einen eher zufälligen Kontakt zu den Togofreunden Hannover, die im September 2014 ihr 35-jähriges Bestehen gefeiert haben und deren 2. Vorsitzende Monika Heenen seit 2014 ist, erfuhr die Gemeinde St. Hubert Anfang der 80iger Jahre, dass nicht alle Gelder Ordnungsgemäß Verwendung fanden. Von diesem Zeitpunkt an wurden alle Spenden über die Togo-Freunde Hannover abgewickelt.

Als im Jahr 2002 eine Gruppenreise Togo-Freunde Hannover angekündigt wurde, meldete sich spontan Frau Barbara Klewin aus der Pfarrgemeinde St. Hubert und auch Bei Monika Heenen wuchs der Wunsch, zu sehen wie es in Togo vor Ort aussieht. Da sie zu dieser Zeit als Lehrerin an der Hauptschule Kempen tätig war und ein 7.Schuljahr leitete und die Reise außerhalb der Ferien stattfand, musste sie eine Freistellung erwirken. Herr Wirtz ihr damaliger Rektor, sagte der Freistellung zu, wenn Frau Heenen Ersatz im Kollegium fände. Dies gelang ihr recht schnell und mit der Unterstützung durch ihren Rektor konnte sie im November 2002 14 Tage unbezahlten Urlaub nehmen und ihre erste Reise nach Togo mit 25 Delegierten alle selbstverständlich auf eigene Kosten durchführen. Das u. a. durch Spenden der beiden ev. Gemeinden St. Hubert und Tönisberg  (8000 DM) erbaute Handwerkszentrum  in Sodo wurde 2002 bei ihrer ersten Reise eingeweiht.

Frau Heenen war von den Eindrücken dieser ersten Reise so fasziniert, dass sie beschloss Land und Leute näher kennen zu lernen. Sie hatte einmal vor Medizin zu studieren und in die Entwicklungshilfe zu gehen, so konnte sie mit ihren Französischkenntnissen in Togo vor Ort etwas bewirken. Sie wollte nicht alleine reisen, ihr Mann kümmerte sich um die beiden Söhne und so erzählte sie der Schulsekretärin, Frau Wiggers, die auch heute hier ist, von ihrem Vorhaben und diese ließ sich spontan drauf ein mit zu fahren. So bereisten sie mit Koku Klutse, dem damaligen Inspektor der Togo-Freunde Hannover e.V. vor Ort, in den darauffolgenden Herbstferien das ganze Land.  „Wenn sich die Füße begegnen, kommen sich die Herzen näher“, heißt es in Togo. Und so ging es auch Monika Heenen, die für die Arbeit für Togo entbrannte. Sie sagt: „diese Menschen singen, tanzen und lachen und haben so viel weniger als wir. Nach dieser Reise konnte ich die Adventszeit mit ihrem Konsum kaum ertragen“

Nachdem Monika Heenen von den Eindrücken der Reise erzählte, fühlte sich auch ihr Mann Hans-Peter Heenen veranlasst in Togo zu helfen und er fuhr - auch auf eigene Kosten-  für 6 Wochen nach Sodo, um dort das Handwerkzentrum und den Seniorexperten Bernd Jüncke als Schlosser beim Aufbau zu unterstützen. Auch Herr Heenen unternahm in den Jahren drei solcher Hilfsreisen. Inzwischen ist aus dem von ihm mit aufgebauten Handwerkszentrum eine Berufsschule für Tischler, Maurer, Elektriker und KFZ-Mechaniker geworden. 2006 reiste Monika Heenen mit einer Gruppe aus Kempen, bestehend aus 16 Personen, darunter ihr 18jähriger Sohn und auch einige Schüler, eine Kollegin, Martina Milius, Martin Schieblon, die der Arbeit bis heute treu geblieben sind und zum Teil auch heute bei der Ehrung anwesend sind. Sie weihten einen vom Pfarr- und Gemeindefest St. Hubert finanzierten Brunnen ein, pflanzten 510 Ölpalmen und bekamen auf ihrer Reise einen tiefgehenden Einblick in das Leben der Menschen.

„Trotz Internet und Fernsehen gewinnen wir nur vordergründig einen Eindruck vom Leben dieser Menschen“ sagt Frau Heenen. Jeden Abend setzte sich die Gruppe zusammen um sich ihre Eindrücke gegenseitig zu schildern und gemeinsam zu verarbeiten. Das Ölpalmenfeld, das diese Gruppe gepflanzt hat, kann seit 2010/11 von einer Bauersfamilie gepflegt und bewacht werden, da seitdem für sie dort ein Haus gebaut ist, zu dem auch Monika Heenen die Schlüssel symbolisch übergab. Von 2002 bis 2012 reiste Frau Heenen jedes Jahr und teilweise sogar zweimal jährlich nach Togo um vor Ort zu helfen, Eindrücke zu erlangen, wo die Hilfe am notwendigsten ist und zu sehen in welche Projekte das unermüdlich gesammelte Geld angelegt wird und wie sie weiter gedeihen.

Nachdem es aufgrund familiärer Notwendigkeit zu einer Pause bis zu diesem Frühjahr gekommen war, konnte Monika Heenen in diesem Frühjahr wieder 3 Wochen  nun als 2. Vorsitzende der TFH mit der  Vorsitzenden der Togo-Freunde Hannover Frau Dr. Schammert-Prenzler nach Togo reisen. Etwa eine Woche wurde in Sodo verbracht, das die ev. Partnergemeinde von d. ev. Gemeinden St. Hubert und Tönisberg ist. Auch dort gehen die aus dem EWL St. Hubert erwirtschafteten Gelder für einen Schulgeldfond hin. Hinzu konnte mit Hilfe öffentlicher Gelder und Vereinsgeldern ein altes Gebäude als Jugendzentrum um- und ausgebaut werden. Hier können die Schüler Nachhilfe erhalten und abends noch lernen, wenn um 17 Uhr die Schule beendet ist und es um 18 Uhr schon dunkel geworden ist. Häuptling Ado ist der Leiter und Verantwortliche des Jugendzentrums.

2008 zum Fest -100 Jahre evangelische Kirchengemeinde konnte mit Hilfe der Togofreunde St.Hubert Geld für die Erneuerung der Fenster in der Kirche gespendet werden. Beim anschließenden Fest sangen viele Chöre alle mit den gleichen Gewändern. „Ein tolles Fest, auf dem sie den Gefangenenchor von Nabucco sangen“. Monika Heenen ist jetzt noch gerührt, wenn sie davon erzählt. Mit 8000 € pro Jahr unterstützt der Verein das Gesundheitszentrum in Sodo, welches den Namen Siloah trägt. Dort erhalten alle Menschen eine Erstbehandlung, auch wenn sie kein Geld haben. Hier konnte durch ein neues Multifunktionsgebäude und die Anschaffung eines Ultraschallgerätes, sowohl die Diagnostik als auch die Geburtsbegleitung verbessert werden. – Ein Segen bei der Kindersterblichkeit!! Darüber hinaus gibt es aber auch eine Leichenhalle, da die Verstorbenen bis dahin mit dem Taxi ins 50km entfernte nächste Krankenhaus gebracht werden mussten, um sie dort zu kühlen bis zur Beerdigung.

Mit wie sie selber sagt „irre viel Arbeit“ hat Monika Heenen, die dazu extra eine Fortbildung „Bengo“ in Bonn besuchte, für dieses Multifunktionszentrum öffentliche Gelder beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit für den Verein beantragt. Dies ist das erste Projekt, das erfolgreich mit dem BMZ durchgeführt wurde und für das die ordnungsgemäße Verwendung der Gelder bestätigt wurde. Dank des großen, unermüdlichen Einsatzes von Monika Heenen!!!!

Die Beantragung weiterer Projekte wird weniger aufwändig ausfallen müssen, sagen die TFH, wie geschehen mit dem Jugendzentrum. Die Solargruppe Kempen hat mit 700€ die Entwicklung von Gemüsetrocknern unterstützt und Solarlampen in Togo erstanden um dieses Projekt weiter zu unterstützen. Die Liste der von den Togofreunden unterstützten Projekte ist lang und (für nicht Involvierte)nur schwerlich vollständig darzustellen. Anmerken möchte ich noch den Brunnenbau, in vielen Gemeinden den Schulgeldfond. (Eine Erstausstattung mit Uniform, Büchern, Heften und  Stiften kostet ca. 8-10€ pro Schüler, für Mittelschüler 10€, für Gymnasiasten 80-100€; Schulpflicht bis zum 6. Schuljahr) das Kirchendach in Atchavé um nur noch ein paar weitere Projekte zu nennen, es entbehrt jedoch bei weitem der Vollständigkeit.

Die TF St. Hubert und insbesondere Frau Monika Heenen unterstützen die Menschen in Togo seit vielen Jahren in vorbildlicher, unermüdlicher Weise sowohl durch ihr Engagement hier Gelder zu sammeln, wie durch Kollekten, Vereinsarbeit, Eine-Weltladen-Arbeit, die Umweltgruppe der Pfarre usw. als auch durch die konkrete Arbeit in Togo. Dieses Engagement, dieses Brennen für diese Arbeit möchten wir heute mit dem Steckenpferd, dem Preis für bürgerschaftliches ehrenamtliches Engagement ehren und ihr damit unsere Anerkennung und Hochachtung aussprechen. Es handelt sich um einen Wanderpreis für ein Jahr der mit 250€ dotiert ist. Ihr Name Frau Heenen ist auf dieser Platte eingraviert und das Steckenpferd kann für ein Jahr ihr Haus zieren oder wo Sie es hinstellen möchten.

Wir gratulieren Ihnen, Frau Monika Heenen, ganz herzlich und danken Ihnen für Ihr vorbildliches Engagement.

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