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Flucht und Integration - mit Fotogalerie
erstellt von Monika Schütz-Madré
25.08.2015     Klicks:864     A+ | a-
Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Kempen hatte am 25.08.2015 zum Themenabend „Flucht und Integration“ ins Ela eingeladen.Für den Themenabend konnten wir Jutta Velte, integrationspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, als Referentin begrüßen. Zusätzlich berichtete der Sozialdezernent der Stadt Kempen, Michael Klee aus kommunaler Sicht die Aufgaben der Stadt zur Situation der Flüchtlinge in Kempen.

Stephan Fiedler, Geschäftsführer des SKM  in Kempen, schilderte die Arbeit des SKM, der im Auftrag der Stadt die soziale Betreuung der Flüchtlinge übernommen hat. Über 80 Gäste konnte der Fraktionsvorsitzende, Joachim Straeten, an diesem Abend begrüßen, die gekommen waren, um mehr über die Situation der Flüchtlinge in Kempen zu erfahren. Einige von ihnen sind schon seit geraumer Zeit ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe Kempen tätig. Andere wollten wissen, wie sie sich einbringen können.

Jutta Velte sagte gleich zu Beginn: „wir wollen über Menschen reden, nicht über Zahlen.“ Menschen, die aufgrund von Krieg, Verfolgung, Terror, aber auch Naturkatastrophen - unter teils dramatischen und strapaziösen Umständen - gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Menschen, die Unvorstellbares in ihren Heimatländern erleben mussten und auf ihrer oft monatelangen Odyssee Todesängste, Anfeindungen Durst, Hunger, Kälte und Krankheit erleben mussten.  Auf der Flucht zu sein bedeutet: nicht wissen, wie es weitergeht, keine Perspektive haben, in eine ungewisse und unsichere Zukunft schauen. Aber auch getragen von der Hoffnung auf ein menschliches Leben in Europa, in Deutschland. Es ist eine große Herausforderung für die Kommunen, das Land und den Bund, sich der Verantwortung zu stellen. Die Versorgung der Flüchtlinge ist aber auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Um den Kommunen in Nordrhein-Westfalen finanzielle Planungssicherheit zu geben, wird von Seiten der Landesregierung ein neuer Berechnungsmodus zu Gunsten der Kommunen angewandt, der die aktuellen Flüchtlingszahlen berücksichtigt und nicht die des Vorjahres. Die Städte und Gemeinden erhalten mit dem neuen Abrechnungsverfahren zeitnah mehr Mittel, wenn die Zahl der Hilfesuchenden – wie derzeit – stark wächst. Dank der neuen Stichtagsregelung werden die kommunalen Haushalte schneller entlastet.

Wir müssen uns aber auch damit auseinandersetzen, wie es gelingen kann, Menschen zu integrieren. Wie gelingt es, Kinder in die Schulen zu bringen, Jugendliche in die Ausbildung und Erwachsene in Arbeit. Arbeit und Ausbildung sind  neben der Sprache der Schlüssel zur Integration! Herr Klee berichtete über die aktuelle Situation hier in Kempen. Derzeit leben in Kempen 250 asylsuchende Menschen. Und diese Anzahl ändert sich fast täglich nach oben. Im Moment sind es überwiegend Menschen aus Syrien, Iran, Irak, Eritrea und den Balkanstaaten.
 
Die größte Herausforderung an die Stadt ist, vorrangig Wohnraum für die zugewiesenen Menschen zur Verfügung zu stellen. Bisher ist es gelungen, auf Belegung von Sporthallen oder gar Aufbau von Zelten zu verzichten. Herr Klee sieht die Herausforderungen nicht als nicht lösbares Problem, schilderte aber, wie die Aufgabenvielfalt in den letzten Wochen angewachsen ist. Er betonte ausdrücklich, dass für die Menschen, die Kempen zugewiesen bekommt, während ihres Aufenthaltes in Kempen alles getan werde, um ihnen wertschätzend und respektvoll zu begegnen.
 
Integration beginnt mit einem Bleiberecht und nur mit einem Bleiberecht kann den Menschen eine Perspektive für die Zukunft geboten werden!
Herr Fiedler sprach von einer weltweiten „Völkerwanderung“, die auch so weiter gehen wird, wenn immer mehr Menschen in ihren Heimatländern ihre Lebensgrundlagen entzogen werden. Im Moment sind zwei Sozialarbeiterinnen mit je einer halben Stelle für die soziale und beratende  Betreuung von 250  asylsuchenden Menschen verantwortlich. Es ist jedoch abzusehen, dass das nicht ausreichen wird. Ohne den Einsatz von vielen Menschen in Kempen, St. Hubert und Tönisberg, die sich ehrenamtlich engagieren, wären die vielen, notwendigen Aufgaben nicht zu bewältigen.

Die ehrenamtlichen Helfer/innen übernehmen Deutschkurse, Patenschaften, Begleitdienste zu Ärzten oder Behördenbesuche, sammeln und verteilen von Spenden u.v.m. Dieses bürgerschaftliche Engagement in der Flüchtlingshilfe soll unter dem „Dach“ des SKM schnellstmöglich gebündelt und strukturiert organisiert werden, um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. Die anschließende, durchaus lebhafte Diskussion, die von Prof. Dr. Hufer souverän moderiert wurde, machte deutlich, dass auch in Kempen ein großes Verständnis für die Situation der asylsuchenden Menschen und eine große  Bereitschaft zu Helfen vorhanden ist.

Jeyaratnam Caniseus, integrationspolitischer Sprecher der Grünen, der diesen Themenabend organisierte, freute sich über die zahlreichen Gäste und ihr Interesse an diesem Thema. Er selbst, ein ehemaliger Flüchtling der 1990-er Jahre aus Sri Lanka ist , wie viele andere auch, das beste Beispiel dafür, dass Integration gut gelingen kann und diese Menschen eine Bereicherung für unsere Gesellschaft sind.

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