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Redebeitrag unseres Fraktionsvorsitzenden Joachim Straeten
erstellt von Joachim Straeten - Fraktionsvorsitzender
08.03.2016     Klicks:759     A+ | a-
Herr Bürgermeister, meine sehr geehrten Damen und Herren,
die allgemein anerkannten Definitionen für Fairness, Weitsicht und Verlässlichkeit hat sich für die Schullandschaft in Kempen seit der unrühmlichen Sitzung des SchulA am 25.02.2016 ins Gegenteil verkehrt. Unsensibilität, Kurzsichtigkeit und Labilität bzw. Unberechenbarkeit sind die neuen Vokabeln der CDU und FDP, was die Kempener Grundschulpolitik angeht.

Was am 25.02. die CDU und die zu ihrem Anhängsel mutierte FDP im SchulA entschieden haben, hat das Zeug als Treppenwitz in die Kempener Schulgeschichte einzugehen.

Ich möchte auch gerne begründen, warum ihre Entscheidung aus unserer Sicht im Nachhinein so absurd wirkt.

Zum Verfahren:
Der Schulausschussvorsitzende der CDU, Herr Funken, hat die Begründung des Schuldezernenten, an der Regenbogenschule 7 Eingangsklassen und an der katholischen Grundschule 2 Eingangsklassen zu gründen in seiner Moderatorenrolle als überzeugend gewürdigt, um dann im Anschluss dagegen zu stimmen. Das verstehe, wer will.

Zum Ausgangspunkt:
4 Kinder aus St. Hubert sind an der kath. Grundschule Wiesenstr. angemeldet worden. Und das sage ich hier ausdrücklich: es ist das gute Recht der Eltern, ihre Kinder innerhalb Kempens an einer Grundschule ihrer Wahl anzumelden. Dennoch erlaube ich mir als Vater von drei Söhnen, zu hinterfragen, was Eltern dazu bewegen kann, ihre 6 bzw. 7-jährigen Kinder außerhalb ihres gewohnten sozialen Umfeldes an einer Grundschule im Süden Kempens anzumelden. Die Aussicht auf kleine Schulklassen kann es m.E. nicht gewesen sein. Denn selbst mit den 4 Kindern an der St. Huberter Grundschule wären bei 3 Eingangsklassen eine pädagogisch wünschenswerte Klassenstärke von maximal 21 Kindern erreicht worden.

Wenn es das „katholische“ der Schule ist, hätte ich da nicht auch die Astrid-Lindgren-Schule wählen können?, da geografisch näher. Wenn mir ein interkultureller Austausch wichtig für meine Kinder ist, hätte ich in St. Hubert alle Möglichkeiten. In diesem Zusammenhang erscheint mir die Rolle der kath. Grundschule wesentlich interessanter, die durch ihr geschicktes Aufnahmeverhalten die Ausnahme des letzten Jahres scheinbar zur Regel lassen werden will. 3 Eingangsklassen, um in der Folge mit kleinen Schülerzahlen werben zu können? - mit wohlwollender Unterstützung der CDU.

Und da frage ich mich: auf wessen Kosten?
Nach aktuellem Stand der Vorberatung zeichnet sich die Lage wie folgt dar:
Die Regenbogenschule als bewährte Inklusionsschule, als Schule des Gemeinsamen Lernens und anerkannt für ihre kulturelle Integrationsfähigkeit hat bei 6 Eingangsklassen (einschl. der jahrgangsübergreifenden Klassen) dann eine Klassenstärke von 26,5. Die katholische Grundschule -bisher nur als Bekenntnisschule wahrnehmbar mit dem vagen Bemühen um Integration- hat dann eine Klassenstärke von 19,7.
Und hier bringe ich nochmal meine Vokabeln zum Ausdruck, die das politische Verhalten der CDU und FDP in diesem Zusammenhang prägen:
Unsensibilität, Kurzsichtigkeit und Labilität bzw. Unberechenbarkeit.

Unsensibilität:
Dass sie als CDU hier die Regenbogenschule „abstrafen“ mit dem Argument, dass ansonsten Inklusion an der kath. Grundschule nicht realisierbar sei, kann nur mit Fassungslosigkeit zur Kenntnis genommen werden. Eine kath. Grundschule, die sich durch Nichts in der Inklusionsfrage auszeichnet. Wie scheinheilig ist das denn? Sich hier als Hüter und Retter der Inklusion aufzuspielen, auf Kosten guter und bestehender Strukturen.

Kurzsichtigkeit:
Wir haben hier in Kempen so viele gute Optiker, da würde ich schon mal einen Besuch empfehlen, um wieder klar im Blick zu werden. Durch ihr Votum als CDU und FDP verpflichten sie die kath. Grundschule sich mit den Themen Inklusion und auch Integration auseinanderzusetzen. Wir sind auf die entsprechenden Konzepte der Schule gespannt, wie sie Inklusion und Integration bei Seiteneinsteigern ab dem Schuljahr 2017/18 umsetzen werden. Wobei ich davon überzeugt bin, dass aufgrund der derzeit diskutierten Klassenstärke die Integration von Flüchtlingskindern an der kath. Grundschule schneller Einzug halten wird, als es der Schulleitung klar sein dürfte.

Labilität bzw. Unberechenbarkeit:
Wie schon ausgeführt, ist die Regenbogenschule eine Grundschule, die Inklusion aus vollem Herzen heraus lebt. Sie hat in diesem Bereich eine hohe Akzeptanz und die Eltern konnten sich bis zum 25.02. darauf verlassen, dass ihre Kinder hier bei entsprechendem Förderbedarf in einer angemessenen Klassengröße von 22,7 Schüler*innen unterstützt werden.
Nach § 93 Abs. 2 Schulgesetz NRW wird durch Rechtsverordnung die Klassengrößen und die Berechnungsgrundlagen für die Ermittlung der kommunalen Klassenrichtzahl als Höchstgrenze für die zu bildenden Eingangsklassen an Grundschulen, festgelegt.

Wenn ich die Rechtsverordnung:
hier den § 6a -Klassenbildung an Grundschulen mit Stand vom 01.03.2016- richtig interpretiere,
kann es sogar so weit kommen, dass durch ihr Abstimmungsverhalten eine jahrgangsübergreifende Klasse an der Regenbogenschule aufzulösen ist und irgendwie in den regulären Schulalltagsbetrieb integriert werden muss – für uns hieße das:
sie zerstören gewachsene Schülerbeziehungen und werden durch ihr Verhalten auf Grundschulebene ein unberechenbarer Partner, vor allem für die Eltern. Verehrte CDU und FDP, sie haben zu es „verantworten“, dass, wenn sie bei Ihrer Empfehlung bleiben, nicht nur die Klassenstärken ab absurdum geführt werden, sondern auch räumliche Verschiebungen innerhalb der beiden Grundschulen stattfinden müssen. Wir dürfen gespannt sein, wie sie das den Eltern und -vor allem- den Kindern der Regenbogenschule erklären werden. Von daher werden wir ihrem pädagogischen Wahnsinn, einer Grundschule mit viel sonderpädagogischem Engagement
26,5 Schüler*innen zuzumuten und einer Grundschule die sich nur durch ihr kath. Bekenntnis auszeichnet und nur 19,7 Schüler*innen zu unterrichten hat nicht folgen.

Dieser Redebeitrag, sowie die Anwesenheit von Elternvertretung und Lehrer*innen der Regenbogenschule haben dazu geführt, dass die CDU/FDP den Antrag gestellt hat, die Entscheidung in den Rat am 14.03. zu verschieben, weil sie noch Beratungsbedarf haben.Wir begrüßen es, dass die CDU/FDP diese Zeit nutzen möchte, um zu erkennen, wie fatal ihre Entscheidung in der Sitzung des Schulausschusses war, die deutlich machte, wie wenig sie von Schulpolitik versteht.

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