Website Maker
Bündnis 90 - Die Grünen Ortverband Kempen - aktuelle Lokalpolitik aus Kempen, Kreis Viersen und NRW Nordrhein Westfalen
  • gruenfuerkempen2000


ORTSVERBAND KEMPEN            
Das Parteibüro befindet sich in 47906 Kempen - Peterstraße 19
Wir haben jeden Mittwoch ab 19:30 geöffnet

(in den Ferien geschlossen!)

Interkulturellen Wochen 2016
erstellt von Monika Schütz-Madré
25.09.2016     Klicks:954     A+ | a-
Zum Auftakt  der interkulturellen Woche 2016 wurde heute durch Bürgermeister  Volker Rübo die  Ausstellung  „Die Weiße Rose“  im Kulturforum in Kempen  eröffnet.

Volker Rübo und Alice Poeira  ( Sprecherin des AK „Multi-kulturelles Forum“ ) begrüßten die ca. 80 Besucher*innen der Ausstellung.
Jeyaratnam Caniseus , Stadtverordneter der Grünen und Mitglied im Multi-kulturellem Forum  hat mit Unterstützung des Multi – kulturellem  Forums  und der Stadt Kempen die international anerkannte Ausstellung  nach Kempen geholt, die bereits weltweite Beachtung gefunden hat. Sie wurde über 350 Mal im In- und Ausland gezeigt.

Herr Prof. Dr. Hufer  übernahm die Einführung in diese bemerkenswerte Ausstellung.

Durch Wortbeiträge von Pfarrer Kühne mit Schülerinnen des Rhein-Maas  Kollegs  und musikalischer Begleitung  von Herrn  Lindner  (Musiklehrer am LvD) am Klavier sowie der Schülerin des LvD Wibke Björn (Geige und Gesang) und Dr. Herbert Holtemeyer (Saxophon) bekam die Eröffnungsveranstaltung den besonderen Rahmen, den sie verdient.

Die Ausstellung umfasst 47 Tafeln und beschreibt die Entstehungsgeschichte der „Weißen Rose“- von den Widerstandsaktionen bis hin zu den Verhaftungen, Prozessen und Hinrichtungen. Durch Bilder und Informationen lässt sie die Gruppe „lebendig“ werden, zeigt, wie moralisch, integer und mutig diese Student*innen versuchten, sich dem rassistischen und unmenschlichen Regime der Nationalsozialisten zu widersetzen.

Die nicht-kommerzielle Wanderausstellung wird unterstützt  vom Bundesprogramm „Demokratie Leben“.  Diese  Ausstellung ist zeitlos. Genauso  zeitlos und erneuerbar wie die Aufgabe für jede Generation ist: „Nicht wegsehen, wenn unrecht geschieht.“Die Geschichte von Sophie Scholl, die im Dritten Reich zur Widerstandsgruppe "Die Weiße Rose" gehörte, ist auch über 60 Jahre nach ihrem gewaltsamen Tod von Bedeutung. Sie ist ein Symbol für beispielhafte Zivilcourage und Widerstand gegen die Hitler-Diktatur - nicht nur im politischen, sondern auch im alltäglichen Leben.

Es muss und wird immer Menschen geben, die sich dafür mitverantwortlich fühlen, dass unsere Freiheit nie wieder gefährdet wird. Das ist die Botschaft, die diese jungen Menschen hinterlassen haben. Und sie sollen Vorbild sein, auch in alltäglichen Situationen: Seht nicht weg, wenn Ausländer angegriffen werden! Kämpft gegen Rechtsextremismus! Habt Zivilcourage! Gerade in der jetzigen Zeit, wo dumpfe braune Parolen und offen gezeigter Rassismus scheinbar wieder zum Alltag gehören, ist es wichtig, dass Menschen aufstehen und sich der Fremdenfeindlichkeit und dem Hass widersetzen. Wir wünschen der Ausstellung auch in Kempen einen großen Erfolg und viele interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Die Weiße Rose

Quelle:  Wolfgang Benz  Informationen zur politischen Bildung (Heft 243)
Im Zweiten Weltkrieg regte sich studentischer Protest. Es waren andere Motive als in den Jahren bis 1939 und auch eine andere Studentengeneration, die den Protest formulierte. Die wichtigste Widerstandsgruppe, die am meisten beachtet wurde, war die Weiße Rose in München. Den Kern dieser Gruppe bildeten fünf Studenten, zwischen 21 und 25 Jahren alt: Hans und Sophie Scholl, Willi Graf, Christoph Probst und Alexander Schmorell. Ihr Mentor war Professor Kurt Huber, der schon vorher mit den Nationalsozialisten in Konflikt geraten war. Zur Weißen Rose gehörten noch etwa ein Dutzend Studenten, Intellektuelle, Künstler, es war ein nicht organisierter Freundeskreis. Im Juni und Juli 1942 tauchten in München insgesamt vier Flugblätter auf, verfasst im wesentlichen von den beiden Medizinstudenten Hans Scholl und Alexander Schmorell. Diese Flugblätter richteten sich an das gebildete Bürgertum, aus dem die Verfasser stammten. In pathetischer Sprache, mit vielen Zitaten aus der klassischen Literatur und christlich-moralischen Appellen wurde zum passiven Widerstand gegen den verbrecherischen Krieg des Hitler-Regimes aufgerufen. Die christlich-humane Prägung der Studenten aus konservativem Elternhaus war unverkennbar. Ebenso der aus der bündischen Jugendbewegung stammende moralische Rigorismus. Ihr Idealismus und ihr unbedingtes Bekenntnis zur Humanität machten den Widerstand der Münchner Studenten überzeugend. Gespräche mit den katholischen Publizisten Carl Muth und Theodor Haecker und vor allem der Einfluss ihres akademischen Lehrers, Professor Kurt Huber, legten den Grund für die oppositionelle Haltung der Studenten. Kriegsdienst in einer Studentenkompanie an der Ostfront führten Willi Graf, Alexander Schmorell und Hans Scholl im Sommer 1942 die Sinnlosigkeit und Grausamkeit des Krieges vor Augen und bestärkten sie in der Absicht, nach ihrer Rückkehr im November 1942 Widerstand durch politische Aufklärung der Öffentlichkeit zu leisten.  Die beiden letzten Flugblätter der Weißen Rose unterschieden sich stilistisch und im Inhalt deutlich von den schöngeistigen und literarischen ersten vier Botschaften. Präzise und politisch unmissverständlich verwiesen die Verfasser im Januar und im Februar 1943 auf die aussichtlose Kriegslage nach der Katastrophe von Stalingrad und riefen zum aktiven Kampf gegen den NS-Staat auf, dessen Verbrechen sie beim Namen nannten.  Beim Verteilen von Flugblättern im Lichthof der Münchener Universität wurden die Geschwister Scholl von einem Hausmeister festgehalten und einer Gestapo-Sonderkommission übergeben. Vier Tage später standen sie zusammen mit Christoph Probst vor dem Volksgerichtshof. Die Todesurteile wurden noch am gleichen Tag vollstreckt. Im April 1943 gab es einen zweiten Prozess gegen vierzehn weitere Mitglieder der Weißen Rose. Willi Graf, Kurt Huber und Alexander Schmorell wurden zum Tode verurteilt, die anderen zu Haftstrafen. In etwas anderer Form lebte die Weiße Rose an der Hamburger Universität weiter. Die Medizinstudentin Traute Lafrenz hatte Ende 1942 Flugblätter aus München nach Hamburg mitgebracht. Ihr Schulfreund Heinz Kucharski, Student der Philosophie und Orientalistik, verteilte sie mit Hilfe einer Gruppe oppositioneller Studenten. Die Gestapo kam ihnen Ende 1944 auf die Spur. Am 17. April 1945 standen Mitglieder der Hamburger Weißen Rose vor dem Volksgerichtshof. Heinz Kucharski wurde zum Tode verurteilt, konnte aber auf dem Weg zur Hinrichtung fliehen. Die anderen Mitglieder starben während der Haft entweder im Gefängnis oder im KZ.

ARCHIV  ANTRÄGE

ARCHIV PRESSE

ARCHIV AKTUELLES

AKTUELLE TERMINE