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Antrag der Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und der Freien Wähler Kempen
erstellt von Martin Debener
21.09.2010     Klicks:735     A+ | a-
Begründung:
(Quelle der gesamten Begründung: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, NRW 2009 !)
1. Zur Situation armer Kinder in Nordrhein-Westfalen
Es ist eine nicht mehr zu übersehende Tatsache: Kinder und Jugendliche sind überdurchschnittlich oft von Einkommensarmut betroffen. Als armutsgefährdet in diesem Sinne gelten Kinder, wenn sie in einem einkommensarmen Haushalt leben, in dem das bedarfsgewichtete Pro-Kopf-Einkommen weniger als die Hälfte des Durchschnitts beträgt. Unter Zugrundelegung dieser Definition lebten im Jahr 2008 rund 2,48 Millionen Menschen in einem einkommensarmen Haushalt. Das sind 13,9 % der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen. Von den Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren lebte 2008 fast jede/r Vierte (24,1 %) in einem einkommensarmen Haushalt.
Im August 2009 haben in Nordrhein-Westfalen rund 443.000 Kinder im Alter von unter 15 Jahren Sozialgeld nach SGB II erhalten. Damit lebte etwa jedes sechste Kind in Nordrhein-Westfalen auf SGB II-Niveau. Die Zahl der Kinder, die in einem Haushalt leben, der Anspruch auf SGB II-Leistungen hätte, diese aber nicht in Anspruch nimmt, ist nicht bekannt. Seit der Einführung der bedarfsorientierten Grundsicherung nach dem SGB II im Januar 2005 ist die SGB II-Quote der Kinder unter 15 Jahren kontinuierlich gestiegen, bis sie im März 2007 mit 18,0 % einen Höchststand erreicht hat. Im August 2009 lag die SGB II-Quote der Kinder mit 17,3 % etwas niedriger. Sie ist damit jedoch weiter deutlich höher als die SGB II-Quote der 15- bis unter 65-Jährigen (9,9 %).

Besondere Bedeutung für die Armutsrisiken haben folgende Faktoren:
Die Erwerbsbeteiligung der Eltern
Aufwachsen bei einem alleinerziehenden Elternteil
Bestehen einer Zuwanderungsgeschichte
Kinderzahl im Haushalt

Der Mangel an monetären Ressourcen ist grundsätzlich ein tiefgreifender Risikofaktor für ungenügende Verwirklichungs- und Teilhabechancen. Die Folgen sind für Kinder besonders gravierend, weil sie sich nicht aus eigener Kraft der Armut entziehen können. Häufig mangelt es an der Erfüllung der Grundbedürfnisse, ihre Teilhabechancen sind erheblich eingeschränkt.
Die Bildungsstruktur der einkommensarmen Bevölkerung weist deutliche Unterschiede zur übrigen Bevölkerung auf. Es besteht auch ein enger Zusammenhang zwischen den Bildungsabschlüssen der Eltern und denen der Kinder. Nur 10,3 % der Kinder von Eltern ohne Schulabschluss und 14,2 % der Kinder von Eltern mit einem Hauptschulabschluss erlangen die Hochschulreife. Bei Kindern mit zumindest einem Elternteil mit Abitur trifft dies auf mehr als zwei Drittel (65,0 %) zu (MAGS 2007, S. 218).
Der ökonomische und soziale Status sowie der Bildungsstand haben einen nachweisbaren Einfluss auf das Gesundheitsempfinden und -verhalten, auf Ernährungsgewohnheiten sowie auf Erkrankungen und Lebensdauer. Gleiches gilt für Kinder, deren Gesundheit zusätzlich durch elterliches Verhalten mit geprägt ist. Erhöhte Schwangerschaftsrisiken, vermehrten Frühgeburten, bei Kinderunfällen, Risiken von chronischen Erkrankungen im Laufe der Kindheit oder der Herausbildung von psychosozialen Befunden zeigen dies.
Für Nordrhein-Westfalen lassen die Daten der jährlichen Schuleingangsuntersuchungen einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Bildungsstand der Eltern und der Betroffenheit der Einschüler/-innen von Adipositas erkennen.
Des Weiteren zeigen die Daten der Schuleingangsuntersuchung zur Einschulung 2007 in Nordrhein-Westfalen einen Zusammenhang zwischen dem Bildungsstand der Eltern und Sprach- und Sprechauffälligkeiten.
Verschiedene Studien verweisen darauf, dass armutsbetroffene Kinder einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, von einer problematischen Wohnsituation hinsichtlich des Wohnraums, der Wohnausstattung und des Wohnumfeldes betroffen zu sein. Die AWO-ISS-Studie weist darauf hin, dass rund 40 Prozent der armen gegenüber ca. 15 Prozent der nicht armen Kinder im Alter von 6 Jahren materielle Versorgungsdefizite erfahren. Der Anteil steigt bis zum Alter von 10 Jahren auf mehr als 50 %. Am deutlichsten äußert sich familiäre Armut in verspäteten und unregelmäßigen Zahlungen von Essensgeld und sonstigen Beiträgen für Aktivitäten in der KiTa und Schule. Häufig kommen arme Kinder hungrig in die Einrichtung und/oder dem Kind fehlt die körperliche Pflege.
Eine vertiefende Beschreibung und weitere Details zur Situation armer Kinder in NRW findet sich im Zwischenbericht der Landesregierung zur Arbeit des Runden Tisches (MAGS 2009).

Status: > von allen im Rat vertretenen Parteien einstimmig beschlossen

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