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Bündnis 90 - Die Grünen Ortverband Kempen - aktuelle Lokalpolitik aus Kempen, Kreis Viersen und NRW Nordrhein Westfalen
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Redebeitrag Schulausschuss
erstellt von Monika Schütz-Madré
27.08.2012     Klicks:487     A+ | a-
Herr Vorsitzender, meine sehr geehrten Damen und Herren,

zwei in unmittelbarer Nachbarschaft befindende Grundschulen,
Friedrich-Fröbel-Schule (Gemeinschaftsgrundschule) und
Astrid-Lindgren-Schule (katholische Grundschule)
im Stadtteil Hagelkreuz stehen vor einer großen Veränderung.

Die Anmeldezahlen an der Friedrich-Fröbel-Schule zum Schuljahr 2012/13 liegen um die Mindestzahl von 18 SchülerInnen.

Das zwingt Politik und in der Umsetzung die Verwaltung zum Handeln.

In der Folge haben wir Gespräche mit Eltern beider Schulen geführt, aber auch mit Bürgerinnen und Bürger, die nicht unmittelbar von der Schulsituation betroffen sind.

Es war festzustellen, dass auch in dieser Sache viele Kempener sich übergangen fühlten.

Wiederholt kritisieren wir, dass auch hier an den Bürgern vorbei
entschieden wird, ohne ihnen die Möglichkeit der Mitbestimmung zu geben.

Als sich zu Beginn des Jahres heraus kristallisierte, dass die Anmeldezahlen an der Fröbelschule nicht ausreichen, um die Schule eigenständig halten zu können, wäre es an der Zeit gewesen, die Bürgerinnen und Bürger des Hagelkreuzes in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen.

Warum wurden in die Entscheidungsfindung nicht auch die ev. Kirche, die islamische Gemeinde und der Bürgerverein Hagelkreuz mit einbezogen (um nur einige zu nennen) ?

Nein, die Verwaltung will den Weg des geringsten Widerstandes gehen, dem sich die CDU gerne angeschlossen hat.

Wir sind davon überzeugt, dass beide Grundschulen um die es hier geht, eine gute pädagogische Arbeit leisten und zweifeln diese keineswegs an.

Was wir Grüne aber nicht mittragen können, ist, dass es in einem multikulturellem Stadtteil mit ca. 4000 Menschen nur eine kath. Stadtteilgrundschule geben soll.
Wenn die Anmeldezahlen nur noch eine Grundschule zulassen, kann dies für uns nur zu einer Gemeinschaftsgrundschule führen.

Selbst wenn die kath. Grundschule es zukünftig zulässt, nach Antragstellung von mind. 12 Eltern auch ev. Religionsunterricht und sogar islamischen Unterricht zuzulassen, ändert das nichts an unserer Entscheidung.

Dann darf sogar die Frage erlaubt sein, ob eine kath. Bekenntnisgrundschule dann nicht in eine Zwickmühle gerät, in wie weit ihr Schulprofil dann noch wahrhaftig und nachhaltig (im Sinne eines kath. Bekenntnisses) ist?

An einer Schule (auch Grundschule) sollte es um die Bedeutung ethischer Werte für das gesellschaftliche Zusammenleben, den Unterschied zwischen Werteerziehung und Wertebildung und das Prinzip der gleichen Berücksichtigung gleichrangiger Werte gehen.

In einem allgemeinverbindlichen Fach könnten sich die Schülerinnen und Schüler unabhängig ihrer familiären Herkunft mit Fragen der Lebensgestaltung, der Ethik, der Religionen und Weltanschauungen auseinandersetzen und sich viel besser entfalten, als dies im traditionellen Religionsunterricht möglich ist.

Was nicht heißen soll, dass wir Grüne grundsätzlich den Religionsunterricht an Schulen ablehnen, aber wenn Religionsunterricht, dann für alle bei uns vertretenen Religionen gleichwertig ---- und das ist u. E. nur an einer Gemeinschaftsgrundschule gegeben.

Bei der heutigen Entscheidung zwischen den im Verwaltungsvorschlag genannten Varianten A und B geht es um eine Entscheidung, von der nicht nur die jetzigen Eltern und Schüler betroffen sind, sondern auch die der Zukunft.

Darum plädieren wir nochmals für mehr Demokratie und Bürgerbeteiligung durch eine Elternbefragung, welche Grundschule sie in „ihrem“ Viertel für die Richtige halten.

Wie auch die Entscheidung heute und letztendlich im Rat ausfallen wird, -- bleibt zu hoffen, dass die Stimmung der Beteiligten nicht allzu vergiftet ist, um dann zum Wohle der Kinder der Weg gegangen werden kann, der gegangen werden muss.

Vielen Dank

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