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Fröbel-Ende ist besiegelt – die Lindgren-Schule bleibt
erstellt von Westdeutsche Zeitung
27.08.2012     Klicks:799     A+ | a-
Kempen. Um Punkt 19.30 Uhr hat am Montagabend wohl das letzte Stündlein für die Friedrich-Fröbel-Schule geschlagen: Josef Lamozik (CDU), Vorsitzender des Schulausschusses, verlas im Rathaus den Beschlussvorschlag zur Auflösung der Gemeinschaftsgrundschule – passend dazu läuteten die Glocken der benachbarten Propsteikirche.

CDU und FDP (neun Stimmen) waren dafür, die Fröbel-Schule aufzulösen und die katholische Astrid-Lindgren-Schule als einzige im Kempener Norden bestehen zu lassen. SPD, Grüne und Freie Wähler Kempen (FWK) lehnten den Vorschlag der Verwaltung mit sechs Stimmen. Damit ist das Aus der Fröbel-Schule besiegelt und die Zukunft der Lindgren-Schule gesichert. Vorausgesetzt, der Stadtrat stimmt am 20. September ebenfalls zu.

Klee hält Bestimmungsverfahren für „wenig demokratisch“

Vor der Abstimmung gab es erneut eine emotionale Debatte, zu der wie schon im Juni viele Bürger gekommen waren. „Ich gehe mit gemischten Gefühlen in diese Sitzung. Aber die Fröbel-Schule ist wegen der geringen Anmeldezahlen gesetzlich nicht mehr zu halten“, sagte Beigeordneter Michael Klee.

Die Auflösung beider Schulen und ein Bestimmungsverfahren über eine neu zu gründende Schule hält der Jurist für nicht geeignet: „Der Gesetzgeber verlangt in diesem Fall 224 Stimmen für eine Bekenntnisschule“, so Klee. Dies könne bei den Kempener Eltern fast nicht erreicht werden, weil die Lindgren-Schule derzeit „nur“ 198 Schüler habe. Aus Sicht von Klee sei ein Bestimmungsverfahren daher „wenig demokratisch“.

Das sah Monika Schütz-Madré (Grüne) anders. Sie warf der Verwaltung vor, an den Bürgern vorbei zu entscheiden: „Als klar wurde, dass die Fröbel-Schule nicht zu halten ist, hätten zum Beispiel evangelische Kirche, islamische Gemeinde und der Bürgerverein Hagelkreuz einbezogen werden müssen.“ Jetzt fühlten sich viele Kempener übergangen: „Das ist ein Alleingang von Verwaltung und CDU.“

Für die FDP waren die Anmeldezahlen entscheidend

Mit Unterstützung der FDP: Die einzige Fraktion, die sich im Vorfeld noch nicht öffentlich geäußert hatte, sicherte gestern die erforderliche Mehrheit für den Antrag der Verwaltung. „Auch für uns ist ein Bestimmungsverfahren nicht demokratisch“, sagte Sven Superat. Für die Liberalen sei egal, ob eine Schule katholisch oder evangelisch ist: „Entscheidend sind die Anmeldezahlen. Die sprechen für die Lindgren-Schule.“

So sieht es auch die CDU. „Die Anmeldezahlen sind ein Ausdruck von Demokratie“, sagte Heike Höltken. Durch die Auflösung beider Schulen und ein Bestimmungsverfahren würde sich zunächst „ein luftleerer Raum“ ergeben, der für Unsicherheit bei den Eltern sorgen könnte. Höltken: „Wir sind für ein Zusammenwachsen beider Schulen als Astrid-Lindgren-Schule.“

Freie Wähler und SPD störten sich daran, dass Kinder aus dem Norden nun in den Süden oder nach St. Hubert müssten, um eine nicht-katholische zu besuchen. „Ein Grundschulkind kann nicht um 7 Uhr mit dem Bus nach St. Hubert fahren“, sagte Irene Steeger (SPD). „So etwas ist purer Unfug“, so Philipp Wachowiak (FWK).

Der evangelische Pfarrer Bernd Wehner, der als nicht-stimmberechtigtes Mitglied im Ausschuss ist, bezweifelte die Offenheit der Lindgren-Schule, künftig auch nicht-katholischen Religionsunterricht anzubieten: „Wann hat es das je an einer katholischen Schule gegeben?“ Da nicht-katholische Schüler an der Lindgren-Schule auch abgewiesen werden können, sehe das Presbyterium der evangelischen Gemeinde die eigentlichen Gründe der Entscheidung pro Lindgren woanders. Wehner: „Ich unterstelle hier nichts. Aber vielleicht spielt ja auch die Angst des Mittelstandes vor einem sozialen Abstieg eine Rolle.“

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