Wir müssen leider davon ausgehen, dass der private Träger der Klinik aktuell nicht mehr voneinem Weiterbetrieb der Geburtshilfe in Kempen überzeugt werden kann.
Natürlich werden wir weiterhin politischen Druck aufbauen und alle Möglichkeiten nutzen, um die Entscheidung zu hinterfragen. Gleichzeitig müssen wir verantwortungsvoll mit der Situation umgehen und uns auf das realistische Szenario einer Schließung einstellen.
Deshalb ist für uns klar:
Jetzt geht es darum, Transparenz zu schaffen, eine sozialverträgliche Übergangsphase zu ermöglichen und konkrete Perspektiven für die zukünftige Versorgung von Familien und die Situation der Hebammen in Kempen zu entwickeln.
Die angekündigte Schließung der Geburtshilfe am Hospital zum Heiligen Geist in Kempen zum 30. Juni 2026 sorgt bei vielen Familien, Hebammen und Beschäftigten für große Verunsicherung. Gemeinsam mit unserer Landtagsabgeordneten Meral Thoms bedauern wir diese Entscheidung ausdrücklich.
Geburtshilfe ist ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Werdende Elternbrauchen Sicherheit, Verlässlichkeit und wohnortnahe Angebote – gerade in einer so sensiblen Lebensphase.
Mehr als eine Klinikschließung
Die Entwicklung in Kempen steht nicht für sich allein. Immer mehr Geburtskliniken geraten unter wirtschaftlichen Druck oder schließen, während gleichzeitig die Anforderungen an eine sichere und qualitativ hochwertige Versorgung steigen.
Besonders betroffen sind die Hebammen. Sie tragen eine enorme Verantwortung und sind zentral für eine gute Geburtshilfe – gleichzeitig erleben viele von ihnen aktuell große Unsicherheit in ihrem Berufsfeld.
Gespräche mit Betroffenen zeigen große Verunsicherung
In Gesprächen mit Hebammen und werdenden Müttern vor Ort wurde deutlich, wie groß die Sorgen sind. Es geht nicht nur um Wege oder Organisation, sondern um Vertrauen, Sicherheit und eine verlässliche Begleitung in einer der wichtigsten Phasen im Leben.
Gerade die kurzfristige Ankündigung der Schließung verschärft diese Situation zusätzlich.
Versorgung bleibt aber nicht ohne Folgen
Die geburtshilfliche Versorgung wird künftig durch das Allgemeine Krankenhaus Viersen übernommen. Dennoch bedeutet die Verlagerung für viele Familien aus Kempen eine spürbare Veränderung:
- längere Wege
- weniger Wahlfreiheit
- Verlust vertrauter Strukturen
Geburt ist nicht planbar – und genau deshalb sind Nähe und Verlässlichkeit entscheidend.
Wir klären auf und denken Lösungen weiter
Für uns ist klar: Jetzt braucht es Transparenz, eine sozial verträgliche Übergangsphase und konkrete Perspektiven für die Zukunft.
Deshalb haben wir:
- eine schriftliche Anfrage gestellt, um offene Fragen zu Fördermitteln, Entscheidungsprozessen und zur Situation der Hebammen zu klären
- einen Prüfantrag eingebracht, um konkrete Lösungsansätze zu entwickeln
Dazu gehört auch die Frage, ob ergänzende Angebote wie ein hebammengeleitetes Geburtshaus in Kempen möglich sind.
Unser Anspruch: Verantwortung übernehmen
Wir können diese Entscheidung nicht allein rückgängig machen.
Aber wir können dafür sorgen, dass:
- die Situation transparent aufgeklärt wird
- Übergänge sozial verträglich gestaltet werden
- neue Perspektiven für Familien und Hebammen entstehen
Geburt braucht Nähe, Sicherheit und Vertrauen. Dafür setzen wir uns ein – auch in Kempen.
