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Redebeitrag Ratssitzung vom 06.02.18 Thema Burg
erstellt von Joachim Straeten - Fraktionsvorsitzender
02.05.2018     Klicks:444     A+ | a-
Redebeitrag Ratssitzung vom 06.02.18 Thema Burg
Fraktionsvorsitzender Joachim Straeten
Kein Thema hat die Kempener Bürgerinnen und Bürger in den letzten Jahren emotional und inhaltlich so bewegt, wie UNSERE Burg.

Ja, wir stehen vor einer entscheidenden, einer historischen Entscheidung für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt Kempen. Bekennen wir uns zu unserer Burg mit all ihren Chancen und Möglichkeiten oder überlassen wir es einem Investor, was mit unserer Burg geschieht?!

Der Landrat hat aus unserer Sicht keinen Zweifel daran gelassen, was nach unserer heutigen Entscheidung passieren wird. Entscheiden wir uns gegen die Burg, wird ER unsere Burg verkaufen. Entscheiden WIR uns für den Kauf unserer Burg, erhalten wir unseren Bürgern ihr Wahrzeichen und können die Burg EIGENSTÄNDIG weiterentwickeln.

Es kann hier und heute nur die Entscheidung geben, die Burg zu erwerben. Alle weiteren Überlegungen, z.B. eine Arbeitsgruppe mit den Bürgern ins Leben zu rufen, einen Projektleiter Burg einzustellen usw. sind Fragen über die wir uns nach der Grundsatzentscheidung Burg Ja oder Nein austauschen müssen. Ja, wir haben viele Aktivitäten vor uns, dennoch kann eine Entscheidung für Generationen NICHT von den aktuellen erheblichen Arbeitsaufwendungen in der Verwaltung, insbesondere im bautechnischen Bereich, dazu führen, den Kempener Bürgern ihre Burg wegzunehmen.

Entscheiden wir uns FÜR unsere Burg, haben wir aktuell schon einen (langfristigen) Ankermieter mit der vhs. Was die Kaufmodalitäten angeht, handelt es sich dem Grunde nach um einen Rückkauf mit einem symbolischen Betrag. (der 1939 an den Kreis verkauften Burg). Auch bei einer sofortigen Eigentumsüberübertragung haben wir durch Mietzahlungen des Kreises laufende Einnahmen.

Entscheidet sich der Rat heute mehrheitlich gegen unsere Burg, wird der Landrat (und das hat er mehr als einmal öffentlich betont und auch daran keine Zweifel gelassen) das Vergabeverfahren einleiten, um einen privaten Investor für die Burg zu finden – und das unter Umständen schon im Laufe dieses Februars.

Und dann haben wir außer planungsrechtlichen, denkmalpflegerischen und sanierungsrechtlichen Regelungsmöglichkeiten NICHTS in der Hand, um eigenständig gestalten zu können. Viel ist in den letzten Wochen über die Machbarkeitsstudie gesprochen worden - wie teuer das doch alles werden kann - nicht muss. Jedoch hat die Machbarkeitsstudie EINEN Aspekt im Sinne einer Machbarkeit nicht aufgeführt: Welchen Nutzen haben die Kempener Bürger von dieser Investition? Um es monetär zu beschreiben: Die möglichen Einnahmen sind mit KEINER Silbe erwähnt! Es scheint, dass hier bewusst NUR eine Studie des finanziellen Schreckens für die Verwaltung erstellt werden sollte, um sich hinter vermeintlich großen Zahlen verstecken zu können.

Aber hier hat sich die Verwaltung - vor allem der Bürgermeister - verrechnet. Die Kempener Burg ist nicht nur in Euro und Cent zu bewerten sondern auch mit Gefühl und Herz – und DAS ist ihm tausendfach aus der Kempener Bürgerschaft gespiegelt worden. Die Kempener Bürgerinnen und Bürger wollen überwiegend die Burg erwerben. Sie wollen nicht über einen Burgzaun gucken oder die Burg womöglich von einem Investor teuer zurückkaufen, so wie es leider aktuell mit den neuen Rathäusern von 10 Mio. € geschieht.

Herr Bürgermeister, mit dem Erwerb der Burg und mit Mut können sie sich „im wahrsten Sinne des Wortes“ ein Denkmal setzen. Und das sei Ihnen in diesem Fall auch von uns gegönnt. Machen wir aus dem Denkmal einen öffentlichen Ort der Kultur, schaffen wir einen Schwerpunkt für die Historische Altstadt Kempen! Das Feuerwerk zu St. Martin, das weihnachtliche Turmblasen des Posaunenchors, die Besteigung des beliebten Aussichtsturms, das Flanieren um die Burg – ist das denn alles NICHTS? Bereits im Frühjahr 2015 haben wir erste Schritte im Rahmen einer Studentenwerkstatt zur Zukunft bzw. Umnutzung unserer Burg unternommen. Darüber hinaus liegen aktuell mehrere Machbarkeitsstudien (veranlasst durch den Kreis Viersen bzw. die Stadt Kempen) vor, die die Risiken und Chancen einer Nutzung der Burg untersucht haben. Ursprünglich wollte der Landrat bereits im Sommer 2017 ein Votum aus Kempen haben – jetzt wissentlich noch eine weitere Schleife der Unklarheit bzw. der Verzögerung zu ziehen, halten wir für fahrlässig. Die KERN-Entscheidung zum Erwerb der Burg mal wieder zu vertagen, wird der Landrat nicht mitmachen.

Treffen wir heute eine mutige und historische Entscheidung. Von daher biete ich an, dass wir heute aus dem aktuell vorliegenden Antrag einen gemeinsamen Antrag ausformulieren. Schaffen wir eine möglichst einvernehmliche Grundlage für den Erwerb unserer Kurkölnischen Landesburg, DEM Wahrzeichen unserer Stadt Kempen.

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