mobirise.com
Bündnis 90 - Die Grünen Ortverband Kempen - aktuelle Lokalpolitik aus Kempen, Kreis Viersen und NRW Nordrhein Westfalen
  • gruenfuerkempen2000


ORTSVERBAND KEMPEN            
Das Parteibüro befindet sich in 47906 Kempen - Peterstraße 16
Wir haben jeden Mittwoch ab 19:30 geöffnet

(in den Ferien geschlossen!)

Insektenschutz und Umweltpädagogische Vermittlung
erstellt von Joachim Straeten - Fraktionsvorsitzender
06.13.2018     Klicks:25     A+ | a-
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beantragt, vor dem Hintergrund des u.a. durch die Studie des Entomologischen Vereins Krefeld dokumentierten dramatischen Insektensterbens, folgendes im Rat am 03.07.2018 respektive im nächsten Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz am 10.09.2018 zu beraten und zu beschließen:





Beschluss:
1.
Im Rahmen ihres Engagements für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Kempen setzt sich die Verwaltung für eine verstärkte Vermittlung der Bedeutung von Insekten und ihrer Lebensräume ein. Hierzu sollen im öffentlichen Raum, sowie an Schulen und Kindergärten exemplarisch Blühangebote, charakteristische Lebensraumstrukturen sowie Nisthabitate geschaffen und gefördert werden.
2.
Ein öffentlichkeitswirksames Beispiel für Nisthabitate sind sogenannte Insektenhotels. Diese sollen Schulen und Kitas angeboten werden, auch um die Bedeutung von Insekten bereits im Kinder- und Jungendalter sichtbar zu machen und damit die Ziele der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu konkretisieren. Wenn möglich sollen die Insektenhotels in Zusammenarbeit von Berufskollegs, Schulen, Kitas und NABU beispielsweise im Rahmen von Projektwochen gebaut werden.
3.
Innerörtliche kommunale Grünflächen werden, wo es fachlich sinnvoll ist, durch Ansaat oder Initialpflanzung mit ein-oder mehrjährigen, standortheimischen Blühpflanzen versehen. Die Flächen sollen frühestens zu einem Zeitpunkt gemäht werden, zu dem die Blütenpflanzen ausgesamt sind.Auf den Einsatz von Mulchmähern ist dabei zu verzichten. Soweit möglich sollen Blüh-bzw. Altgrasstreifen stehen gelassen werden bzw. die Pflege in Teilmahd erfolgen.
4.
Auf die angelegten Flächen wird mit geeigneten Mitteln (z.B. Schautafeln) aufmerksam gemacht und der Hintergrund der Bevölkerung erklärt.
5.
Die Verwaltung berichtet innerhalb eines Jahres dem Rat über die entsprechend der genannten Zielrichtung eingeleiteten Maßnahmen und ihre Umsetzung.

Begründung:
Der Rückgang fast aller Insektenarten nimmt immer dramatischere Ausmaße an. Die Ursachen hierfür sind weitgehend bekannt. Es ist der Einsatz von Insektiziden, insbesondere der Neonikotinoide, von Herbiziden, Sickstoffeintrag, Wegfall von Brachen und Umbruch oder Nutzungsintensivierung von Grünland. Insekten sind jedoch für den Naturkreislauf unverzichtbar. Sie dienen als Pflanzenbestäuber, natürliche Schädlingsbekämpfer, Bodenverbesserer und Teil der Nahrungskette. Gesichert ist inzwischen, dass der drastische Rückgang vieler Insektenarten ursächlich für eine ebenfalls stark zurückgehende Vogelpopulation ist. Viele Studien hierzu zeigen, wie dramatisch die Lage ist und mahnen zur Eile, weil sonst der sogenannte „stumme Frühling“ in nur wenigen Jahren Wirklichkeit werden könnte. Durch das Installieren von Insektennisthilfen u.a. in Schulen und Kitas soll das Thema der Bedeutung von Insekten ganz im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) anschaulich und praktisch in Erziehung und Bildung eingebunden werden, um ein Verständnis für die Rolle der Insekten im Ökosystem und den richtigen Umgang mit ihm zu vermitteln.

Mit freundlichen Gruß
Joachim Straeten
Fraktionsvorstizender

ARCHIV  ANTRÄGE

ARCHIV PRESSE

ARCHIV AKTUELLES

AKTUELLE TERMINE