Ludwig‑Jahn‑Platz: Wie viele Bäume müssen für die neue Gesamtschule wirklich fallen?

Am Ludwig‑Jahn‑Platz und auf den angrenzenden Flächen sind in den letzten Tagen viele Bäume mit pinker Farbe markiert worden. 

Rund um das Bauvorhaben der neuen Gesamtschule gibt es seit Jahren unterschiedliche Aussagen dazu, wie stark der Baumbestand leiden wird. Von „da fällt so gut wie nichts“ über „nur eine Handvoll Bäume“ , bis hin zu „kann aktuell nicht beantwortet werden, sind aber primär Büsche und Sträucher“.

Für uns ist klar: Bei so einem großen Projekt reicht Bauchgefühl nicht aus. Es braucht belastbare Zahlen und eine transparente Darstellung des Planungsstandes.

Worum es uns geht

Wir GRÜNE in Kempen stehen zur Entscheidung für den Neubau der Gesamtschule. Nach einem langen Prozess mit Gutachten, Planungen und politischen Beratungen ist dieser Schritt gefallen. Die Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt brauchen moderne Schulen und gute Lernbedingungen.

Gleichzeitig ist der vorhandene Baumbestand für das Klima in der Stadt, für Lebensqualität und Artenschutz von großer Bedeutung. Bäume spenden Schatten, kühlen an heißen Tagen, speichern CO_2 und bieten Lebensraum für Vögel und andere Tiere. Gerade in Zeiten von Hitzesommern und Klimakrise darf der Umgang mit Bäumen kein Randthema sein.

Deshalb gilt für uns:
Baumerhalt hat Priorität.
Manchmal wird es trotzdem Eingriffe geben, die sich nicht vermeiden lassen. Wenn Bäume fallen müssen, dann nur mit guten Gründen, klarer Dokumentation und einem überzeugenden Plan für Ersatz und Artenschutz.

Unsere Fragen an den Bürgermeister

Um Klarheit zu schaffen, haben wir für die Ratssitzung am 14.07.2026 eine ausführliche Anfrage gestellt. Unter anderem wollen wir wissen:

  • Wie viele Bäume nach heutigem Stand insgesamt gefällt werden sollen – und zwar im Zusammenhang mit dem Neubau der Gesamtschule, der Erschließung und der Baustelleneinrichtung.
  • Wo diese Bäume genau stehen: auf der Sportplatzfläche, im kleinen Wäldchen/Schulwald, an der Berliner Allee oder in anderen Bereichen.
  • Welche der aktuell markierten Bäume tatsächlich zur Fällung vorgesehen sind – und welche Markierungen andere Gründe haben, zum Beispiel Vermessungsarbeiten oder die Organisation der Baustelle.
  • Welche konkreten Gründe jeweils für die vorgesehenen Fällungen angegeben werden: etwa Sicherheitsaspekte, notwendige Erschließung, bauliche Zwänge oder Gutachten zur Standsicherheit.
  • Welche Maßnahmen in der Planung ergriffen wurden, um den Baumbestand so weit wie möglich zu erhalten. Also: Wo wurde der Verlauf von Wegen, Leitungen oder Baustellenflächen angepasst, um Bäume zu schonen?
  • Welche Ersatzpflanzungen geplant sind: Wie viele Bäume, an welchen Standorten und in welcher Qualität (Baumart, Größe, langfristige Entwicklung)?
  • Welche artenschutzrechtlichen Untersuchungen bereits durchgeführt wurden und welche Schutzmaßnahmen während der Bauzeit vorgesehen sind.
  • Ab wann nach aktuellem Zeitplan mit Baumfällungen begonnen werden soll.

Die vollständige Anfrage mit allen Fragen findest du im Anschluss an diesen Text.

Unsere Haltung

Mit dieser Anfrage stellen wir nicht die Entscheidung für den Neubau der Gesamtschule infrage. Diese Entscheidung ist gefallen und sie ist wichtig für die Bildungslandschaft in Kempen.

Wir erwarten aber, dass:

  • der Baumbestand ernst genommen wird,
  • notwendige Eingriffe nachvollziehbar und öffentlich erklärt werden,
  • alle realistischen Möglichkeiten zum Erhalt von Bäumen geprüft werden,
  • Ersatzpflanzungen nicht nur auf dem Papier gut aussehen, sondern auch in der Qualität überzeugen,
  • Artenschutz und Klimaanpassung von Anfang an mitgedacht werden.

Wir wollen eine Stadt, in der Kinder in einer modernen Schule lernen
und gleichzeitig vor Ort erleben, wie verantwortungsvoller Umgang mit Natur und Ressourcen aussieht.
Beides gehört für uns zusammen: gute Bildung und ein respektvoller Umgang mit dem Grün, das unsere Stadt lebenswert macht.